30.04.2021

PRESSEMITTEILUNG AUSSTELLUNG "LANDSCHAFT.KLIMA.NATUR."


 

 

#jubiläum25-6 Ausstellung:
LANDSCHAFT.KLIMA.NATUR.
22. April – 9. Mai 2021

Mit Werken von BERNHARD AMMERER, WALTER ANGERER D.J., GISELA BIRKENTHAL, WALTRAUD DIETRICH, ANGELIKA ECKERIEDER-VOGRIC, EVA EIBER, MARIA ERLEBACH, ELKE FIEGER, KATHRIN FRAAS, ANJA CAROLINE FRANKSEN, GABRIELE FÜSSL, RENATA GOTTSCHALK , MARLIS HARTMANN, SYBILLE HAYEK, ELISABETH HEISLBETZ, RITA HÖFLER, LIDIJA KARSCH, INGE KRAMMER, URSULA LANGE, KARIN LÄSSER -WEILHARTNER, HEIDI LOBENSOMMER, BRIGITTE MASKOS, BERNADETTE MAYR, VERONIKA MERGENTHAL, SONJA ORASCHE, BRIGITTE PICHL, SUSANNE PLISCHKE, GERTRUD PLESCHER-FAHNLER, GÜNTER POLLHAMMER, ANGELA RITTERSHAUS, WOLFRAM SALZBURGER, GABRIELE SCHÄFER, MARLIS G SCHILL, MARINA SCHMID, CHRISTA SCHOLTISSEK, KARIN SCHUBERTH - MEISTER, GABRIELE SEHN, GERD SEIDEL, KERSTIN STECHL, LORENZ STÖTTER, ARIANE TKANY- LUTZ, ANGELIKA TROJNARSKI, CHRISTIANE VAHLE, ANNE VÖLLGER, CORINA VOSS, ELISABETH WAGNER, VERENA WILLEIT, JOHANNES ZIEGLER

Grußwort: Dr, Christoph Lung, Oberbürgermeister der Stadt Bad Reichenhall
Einführung: Stefan Wimmer, Direktor der Kunstakademie Bad Reichenhall
Ort: Städtische Galerie –Kunstakademie, Alte Saline 83435 Bad Reichenhall
Ausstellungsdauer:  22. April – 9. Mai 2021
Zu besichtigen auf Facebook, youtube


Liebe Kolleg*innen, liebe Redakteur*innen,

am Donnerstag, den 22. April 2021 um 19 Uhr haben wir unsere sechste Ausstellung in diesem Jahr unter dem Titel LANDSCHAFT.KLIMA.NATUR. in der Städtischen Galerie/Kunstakademie Bad Reichenhall eröffnet.


Während in früheren Jahrhunderten Landschaftsmalerei vielfach die Frage nach dem Abbild des Natürlichen gestellt und beantwortet hat, kommen gegenwärtig Aspekte wie Klimaveränderung, Naturzerstörung und subjektive wie soziale Naturempfindung in den Blick. Die Ausstellung mit Werken von insgesamt 47 Künstler*innen bildet ein großes Spektrum unterschiedlichster Auffassungen zu Landschaft ab.

Landschaftsdarstellungen in der Kunst gibt es schon seit vielen Jahrhunderten. Insbesondere bei den Alten Meistern dienten diese Darstellungen aber weniger der Abbildung einer Wirklichkeit, sondern eher die Kulisse für mythologische, religiöse oder politische Themen. Während konkrete Darstellungen von Tieren und Pflanzen – also Naturdarstellungen -  seit der Renaissance Basis für Wissenschaft und Erkenntnis waren dienen diese Darstellungen heute eher mythologischen oder narrativen Zwecken. Der Aspekt des Klimas findet erst mit dem 21. Jahrhundert wirklich Eingang in die bildende Kunst.

Im 19. Jahrhundert leistet die Plein Air Malerei Vorschub für eine Hinterfragung unserer natur- und Landschaftsbildes. Mit dem Aufkommen der Fotografie verändert sich der Blick auf Realität und Landschaft radikal. Zunehmend geraten seelische, emotionale und kulturhistorische Themen zur Natur in den Blickpunkt. Gesellschaftliche Phänomene wie der Tourismus finden ebenfalls Niederschlag in der Landschaftsdarstellung ab dem 19. Jahrhundert.

Mit dem Werk von Bernhard Ammerer werden wir zu Beginn der Ausstellung aufs Glatteis der konzeptuellen Malerei geführt. Während wir eine klassische Landschaftsdarstellung mit Fluss, Bäumen, Bergen und Himmel in einer Abendstimmung sehen, taucht inmitten der Wasserfläche plötzlich ein weißer, flächiger Splash auf. Dieses ironische Zitat der Pop Art konterkariert unser wohliges Behagen und ruft fröhlich „Dies ist keine Landschaft“, sondern nur das Bild einer Landschaft. Mit Lorenz Stötters Pool Bild wird diese Auffassung der gesellschaftskritischen aber schönen Landschaftsdarstellung fortgeführt und weckt dennoch Assoziation des Lebens der Reichen und Schönen.

Susanne Plischke dagegen ruft in ihrer fotorealistischen Darstellung eines Hauses in der Landschaft mit Gartenzaun die Frage nach Grenzen und Besitz auf. Dieser zivilisationskritische Gestus wird sowohl bei Sonja Orasche in ihrem Gemälde eines Militärfahrzeuges inmitten einer Waldlandschaft verschärft wie auch in der klimakritischen Haltung zur industriellen Landwirtschaft bei Anne Völlger mit der Darstellung eines Traktors in endlosen Feldern.

Die Dozent*in der Kunstakademie, Angelika Trojnarski, zeigt in ihrem abstrakten Gemälde, wirbelnden Blätter. Dieses Motiv entwickelt die Künstlerin aus dem Spiel mit Materialcollagen, die dann malerlisch auf der Leinwand umgesetzt werden. Mit drei kleinen Arbeiten auf Papier lotet Karin Lässer-Weilhartner die Möglichkeiten aus, mittels minimalen gestischen Eingriffen Landschaft für den Betrachter zu evozieren. Die als Fingerübungen erscheinenden Formate von ca. 12 x 12 cm weisen höchste Präzision und einen klaren Fokus auf die Frage nach dem Wesen von Landschaftsbildern auf. Vertikale und horizontale Linien bilden das Gerüst dieser kleinen Werke, ganz in der Tradition des großen Piet Mondrian ohne die atmosphärische Dichte des Emotionalen aufzugeben. Begleitet werden diese Arbeiten von zwei S/W Zeichnungen von Bäumen von Sybille Hayek. Auch diese bestechen durch Ihren Fokus und die klare Zeichnung, die Prinzipien von Natur zeigen. Wald ist nicht ein Baum, sondern die Ansammlung von Bäumen. Sybille Hayek zeigt dies sowohl als Monokultur wie auch als Mischkultur.

Eine ganze Gruppe von Werken beschäftigt sich in der Tradition von Dürer oder Anna Sybille Merian mit der Darstellung von Pflanzen und Tieren. Wobei in vielen Fällen nicht die Naturdarstellung, sondern das Erfassen der Wesenhaftigkeit bzw. die Verarbeitung als kulturgeschichtliches Motiv im Vordergrund steht. Beispielhaft seien hier Kathrin Fraas und Karin Schuberth-Meister erwähnt.

Mit den Seestücken von Gisela Birkenthal und Angela Rittershaus zeigen wir auch die Reduktion von Landschaft auf annähernd reine S/W Darstellung im Gemälde. Bestechend durch Ihre farbliche Reduktion dennoch als malerische Ode an die Seestücke des bedeutendsten, lebenden deutschen Malers Gerhard Richter.


Auf Grund der Corona Pandemie ist ein Besuch in der Ausstellung leider nicht möglich. Sie können die Ausstellung aber über unsere social media Kanäle digital ansehen. Der Videorundgang wird ab 22. April 2021, 19 Uhr verfügbar sein.

Wir freuen uns, über redaktionelle Beiträge.

Stefan Wimmer +49 8651-3713 oder wimmer@kunstakademie-reichenhall.de