BRUNO BRUNI: Abbracio con la luna, Farblithographie, 130 x 103 cm, nummeriert u. r. 12/40 bezeichnet u. m. signiert u.r, Schätzpreis 100 – 200 EUR

Bruno Bruni, geboren 1935 in Gradara bei Pesaro, ist einer der renommiertesten italienischen Künstler in Deutschland. Seit über vier Jahrzehnten in Hamburg ansässig, hat Bruni mit seinen figurativen Motiven als Zeichner, Lithograph, Maler und Bildhauer internationale Anerkennung erlangt.

Aufbauend auf vorangegangene Studien an der Scuola d’arte in Pesaro, fand Bruno Bruni nach seiner Übersiedlung nach Hamburg seit Beginn der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts schrittweise zu einer unverwechselbaren, mit frappanter Könnerschaft und Präzision artikulierten Bildsprache. An der dortigen Kunsthochschule zunächst angeleitet von Lehrern wie Georg Gresko, Paul Wunderlich und Renato Guttuso, und beeinflusst von der Kunst der großen Maler seines Heimatlandes, formal inspiriert von der ornamentalen Orgien der Fin de siècle- Malerei und den realistischen Strömungen der Vorkriegsmalerei, marginal auch von der zeitgleichen englischen Pop Art, entwickelte er die inhaltlich breite Skala seines Bildprogramms. Der Ursprung seiner divergierenden Sujets lässt sich durchgängig im individuellem Erleben von Alltagsmomenten, aber auch in der aufmerksamen Anteilnahme am Zeitgeschehen mit seinen sozialen und politischen Prozesse verorten. Bruni verarbeitet seine subjektiven Eindrücke auf eigenwillige Art, indem er seine Motive in unkonventionelle Zusammenhänge rückt und dadurch in Bereiche des Phantastischen Realismus, ja Surrealen vorstößt. Derart entstehen einerseits von augenfälliger, griffiger Sinnlichkeit erfüllte erotische Szenerien, welche vielfach variiert und doch auf immer neue Weise das ewige Thema der Liebe ansprechen. Andererseits sind da eindringliche von der jüngeren Geschichte inspirierte Zyklen: In einer Serie von Zeichnungen nach historischen Fotos von Opfern des Nationalsozialismus manifestiert sich über Brunis Mitempfinden angesichts des Geschicks der Ermordeten hinaus persönliches politisches Engagement; weitere lithographierte und gemalte Bildreihen behandeln Leben und Tod von Bruni verehrter kämpferischer historischer Gestalten wie Rosa Luxemburgi und Che Guevara. Unverbrämter Hohn, ja Empörung entladen sich indessen, wenn er auf Diego Velazquez‘ Abbild des Hofnarren Sebastián de Morra rekurriert und dessen zwergenhafter Gestalt die Physiognomie eines skandalumwitterten italienischen Ministerpräsidenten überstülpt.

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