Ein starkes Kunstwerk entsteht weder durch die bloße Summe seiner Teile noch durch die formal korrekte Anwendung von Gelerntem. Es entsteht vielmehr durch die Überwindung und Verschiebung eigener Grenzen. Eine Bildidee ist noch kein Bild: Um kraftvoll selbständig wirken zu können, muss sie
sich in Bildmaterie verwandeln. Das Material ist nicht Erfüllungsgehilfe einer Idee – sondern der Hauptakteur. Durch Improvisation und Veränderung lassen wir ein Stück neue Realität vor uns entstehen. Erste Formulierungen einer Idee sind oft unbefriedigend, weil sie den Gedanken lediglich illustrieren. Erst durch die Interaktion mit dem Material erwächst eine tragfähige Bildwirklichkeit.
Meine persönliche Arbeit ist geprägt durch die Erfahrung, dass für mich erst dann ein Bild möglich wird, wenn ich den Glauben an das Erreichen der ursprünglichen Idee aufgegeben habe, alles in Frage stelle und das Material meinen Intentionen nicht zu gehorchen scheint. Mit anderen Worten: wenn ich meinen Widerstand aufgebe und anfange, mit dem Medium zu „sehen“. Entscheidungen treffen. Verwerfen. Umformen. Neu ansetzen. Eine abgewischte,
abgekratzte, übermalte Form ist nicht weg – sondern hat sich in eine neue Option verwandelt. Sich diesem Prozess zu stellen, erfordert Mut und Risikobereitschaft. Wir entwickeln in diesem Seminar Methoden, um uns selbst zu fordern, zu überraschen und durch kraftvolle, mutige Schritte zu intensiveren Bildern zu gelangen.
Programm & Ablauf:
• 1. Tag (10:00 – 17:00 Uhr): Theoretische Grundlagen und praktische
Übungen.
• 2.–4. Tag (10:00 – 17:00 Uhr): Erarbeiten und Ausarbeiten individueller
Ansätze.
• 5. Tag (10:00 – 17:00 Uhr): Finales Bearbeiten der Werke und gemeinsame
Abschlussbesprechung.






