Uraufführung Heaven’s Carousel WIE EIN NATURLAUT

Am 16.Juli 2021 findet ab 20.45 Uhr die Uraufführung WIE EIN NATURLAUT mit einem Livekonzert des Heaven’s Carousel von Tim Otto Roth statt.

Ort: Hauptplatz des Salinengeländes, Rasenfläche vor dem Salin Restaurant.

Aufgrund der Verordnungen findet dies in einer geschlossenen Veranstaltung statt , außerdem gibt es eine begrenzte Stehplatzanzahl (max. 100) , bei denen keine Reservierung möglich ist.

Einlass ab 20.30 Uhr

Zum 25-jährigen Jubiläum der Kunstakademie Bad Reichenhall macht ein ganz besonderes Orchester auf dem Gelände der Alten Saline Station: das Heaven’s Carousel. Das rotierende Lautsprecherorchester des Künstlers und Komponisten Tim Otto Roth sorgte bereits in Rom, Baltimore, Karlsruhe, Offenburg und Köln für Aufsehen. In der Münchner Reaktorhalle zog er im Winter 2019 mit der aus 444 Lautsprechern bestehenden Installation [aiskju:b] das Publikum in Bann. Damit wird den Bürgern von Bad Reichenhall und den Gästen von außerhalb ein einmaliger und risikofreier Kunstgenuss ermöglicht!

Einmalige kinetische Skulptur
Die imposante Licht- und Klanginstallation aus 36 illuminierten Lautsprechern schwebt in 12 Metern Höhe an einem Anhängerkran über den Köpfen der Besucher. In Rotation versetzt avanciert die Skulptur zu einem Klangbeschleuniger, der sich mit einer Spannweite von bis zu 16 Metern dreht und über den Köpfen der Besucher ein ätherisches Klanguniversum entstehen lässt.

Ein neues Instrument
Komponisten haben immer wieder mit der Wirkung von Klang im Raum experimentiert. So ließ beispielsweise Gustav Mahler inspiriert von der Oper in seiner Ersten Symphonie ausgewählte Musiker jenseits der Konzertbühne „in sehr weiter Entfernung“ spielen. Das Spiel mit der Bewegung von Klängen im Raum treibt Tim Otto Roth mit seinem rotierenden Lautsprecherorchester auf die Spitze. Hier ist nicht nur die Rotationsgeschwindigkeit fester Bestandteil der Partitur, sondern der sich frei unter dem Heaven’s Carousel bewegende Besucher kann die besondere Wirkung von sich im Raum bewegenden Klangkörper physisch erfahren.

Wie ein Naturlaut – Humoreske nach Gustav Mahler
Für die Präsentation in Bad Reichenhall hat der Komponist und Konzeptkünstler Tim Otto Roth angeregt durch die Alpenkulisse eigens neue Stücke komponiert. Für den Festakt der Kunstakademie Bad Reichenhall am 16. Juli setzt er sich humorvoll mit Gustav Mahlers Ersten Sinfonie auseinander. Eine Premiere erleben die Besucher, werden doch erstmals die Klänge nicht nur über die Tongeneratoren in den Lautsprechern elektronisch erzeugt, sondern vier Lautsprecher sind so umgerüstet, dass auch Gesang und Instrumente konzertant in das elektronische Orchester eingebunden werden können. In der neuen Komposition „Wie ein Naturlaut‟ sind neben Franz Schüssele mit dem Alphorn und Bernhard Münchbach mit der

Ferntrompete auch die Sopranistin Svea Schildknecht und die Altistin Renée Morloc zu erleben. Für die beiden Sängerinnen hat Roth die Gesangsstimmen der von Mahler orchestral verarbeiteten „Lieder eines fahrenden Gesellen“ eigens rekonstruiert.

Sphärenmusik des 21. Jahrhunderts
Die Natur im entfernten Sinn spielte auch bei der Entwicklung des Heaven’s Carousel eine nicht unwichtige Rolle. Tim Otto Roths Heaven’s Carousel ist aus der Auseinandersetzung mit dem Weltall und aktueller wissenschaftlicher Forschung entstanden. Es geht aus einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit mit dem Hubble Space Telescope hervor und feierte 2014 im Palmengarten der Accademia dei Lincei in Rom seine Premiere. Das Projekt wurde durch die großzügige Unterstützung der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) ermöglicht.
Der Physik¬nobelpreisträger Adam Riess zeigte sich in seiner Ansprache zur Premiere begeistert von der Arbeit: Für ihn finden wichtige Entdeckungen, wie die beschleunigte Ausdehnung des Universums, in der Arbeit ihren musikalischen Widerhall, indem Lichtphänomene aus den Tiefen des Alls akustisch in Töne übersetzt werden. Auf diese Weise wandelt sich die sichtbare Astrophysik in ein Klanguniversum, in dem der Besucher eine besondere Zeitreise unternehmen kann: Je nach Standort verändern sich, bedingt durch den Dopplereffekt in der Bewegung, die Tonhöhen, so dass sich die Sinustöne stets neu ortsspezifisch rekomponieren. Die kinetische Skulptur avanciert hier zu einem neuen Instrument, das die auf der antiken Theorie aufbauende 12-Tonharmonik sprengt und ein oszillierendes mikrotonales Gefüge in den Raum webt – eine Sphärenmusik des 21. Jahrhunderts.

Weitere Informationen unter www.imachination.net/carousel und #heavenscarousel

 

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