VICTOR VASARELY: Runners in the tunnel, Serigrafie, 60 x 85 cm, nummeriert und signiert, Schätzpreis 300 – 450 EUR

Details:
Blatt 60 x 85 cm
Abb. 39 x 57,5 cm
nummeriert u. l. 162/200
signiert u. r.

Victor Vasarely (1906-1997). Er studierte an einer privaten Kunstschule in Budapest. 1930 zog er nach Paris, wo er zwischen 1930 und 1940 als Werbegrafiker arbeitete und hauptsächlich Poster entwarf. Er entwickelte dabei Interesse an Trompe-l’œil, grafischen Mustern und Illusionen des Raumes. Ab 1944 widmete er sich ausschließlich dem Malen. In diesem Jahr stellte er das erste Mal in der Galerie Denise René in Paris aus. Hier zeigte er neben Schachbrettmustern und widerstrebenden Mustern auch figürliche Motive. Ab 1947 konzentrierte sich Vasarely auf konstruktiv geometrische, abstrakte Motive. In den 1950er Jahren entwickelte er sein Programm einer kinetischen Kunst. In seinem Gelben Manifest (Manifest Jaune) zur Gruppenausstellung Le Mouvement bei Denise René (1955) forderte er das Kunstwerk als Prototyp – mit den Eigenschaften Wiederholbarkeit als serielle Vervielfältigbarkeit und eine über die Kunst hinausreichende Anwendbarkeit seiner Formen. Er erfüllte diese Vorgaben: Seine eigenen Bilder und Skulpturen sind jetzt gekennzeichnet durch das aggressive Zusammenspiel von standardisierten Grundformen und Farben, die auf verschiedene Arten zu Mustern zusammengesetzt werden. Seit 1961 lebte er in Annet-sur-Marne.

Victor Vasarely gewann in den Jahren 1965 und 1967 zahlreiche internationale Kunstpreise. Er war Teilnehmer der documenta 1 (1955), der documenta II (1959), der documenta III (1964) und auch der 4. documenta im Jahr 1968 in Kassel. 1972 entwickelte er ein neues Rauten-Logo im Stil des Op-Art für die Automobilfirma Renault. Vasarely erhielt 1964 den Guggenheim-Preis in New York. Er wurde 1965 in Paris zum Ritter des Ordens für Kunst und Literatur ernannt. Weitere Preise waren: Großer Preis der VIII. Biennale von São Paulo, 1970 Ernennung zum Ritter der Ehrenlegion.

Sein erstes großes Werk Zebra gilt als das erste Werk der Op Art und Vasarely als ein Mitbegründer dieser Richtung. Das Formenvokabular seines künstlerischen Schaffens umfasst Quadrat, Raute, Dreieck, Kreis und Stabform. Dabei nutzte er konsequent kinetische Effekte und optische Phänomene. Sein Werk ist von verschiedenen Perioden geprägt, die mitunter parallel verliefen oder sich überschnitten. Bekannte Werke stammen vor allem aus folgenden Perioden:

  • Periode Noir-Blanc (1955–1963), in der er mit dem Kontrast der Farben Weiß und Schwarz spielt
  • Hommage à l‘hexagone (1964–1972), in der er mit Hell-Dunkel-Effekten physikalisch nicht mögliche Perspektiven entstehen lässt.
  • Universelle Strukturen – Vega (ab 1969), in der er ein regelmäßiges Gitter so verformt, dass es optisch den zweidimensionalen Raum verlässt. Je nach Lichteinstrahlung und Lichtfarbe variieren die Strukturen und Farbwirkungen.
keyboard_arrow_up