02_Materialliste_Herbstnebel, Exp. Zeichnung
Experimentelles Zeichnen
Die wunderbare Jahreszeit Herbst lädt zu vielfältigen Beobachtungen ein. Die verfärbten Blätter sind vielleicht schon in großer Zahl zu Boden gegangen, und dennoch ist der Herbst eine Pracht: diese Farben und diese klare Luft, die die Nase umweht. Vielleicht ist schon der Schnee in der Luft und man riecht ihn förmlich. Und wir kennen den Nebel, der langsam Wälder und Fluren füllt. Was tut die Natur im Herbst? Die Natur zieht sich zurück. Sie wirft alles Alte ab, um die Säfte ruhig zu stellen, nach innen zu gehen und neue Kräfte aufzubauen, die dann im Winter vollkommen ruhen und im Frühjahr neu sprießen.
Der Herbst ist aber auch eine Zeit der Ernte. Man kann sogar noch im Spätherbst ganz viele Beeren ernten. Die letzten Blumen blühen noch. Die vielen Früchte, die zu Beginn des Herbstes geerntet werden können, sind jetzt vielleicht schon eingelagert und halten sich uns bereit, damit wir gut durch den Winter kommen.
Der Herbst ist auch eine Zeit, in der wir Reduktion erfahren. Auch im Hinblick auf Zeichnung und Malerei. Die Reduktion verleiht Arbeiten eine große Kraft und Tiefe.
Der Beginn des Zeichnens ist äquivalent zur Natur: So wie der Baum die Blätter loslässt, so müssen wir lästige Gedanken, Sorgen, Kümmernisse und Gedanken an Arbeit oder Ereignisse loslassen, um zu uns selbst zu kommen, um zum guten Zeichnen zu kommen. Der frei fließende Bleistift ist zunächst eine Einladung, sich auf die Qualität der Linie zu reduzieren und im Zeichenprozess schrittweise in den Moment des Loslassens und Bei-sich-selbst-Seins zu kommen.
Die Aufgaben werden individuell abgestimmt und richten sich auf die Suche nach der Stimmung in der Linie über Formelemente, Fragen von Vitalität und Geometrie, sowie Perspektive, Raum und Licht.
Beide Workshops – experimentelles Zeichnen und experimentelles Malen, die sich diesem faszinierenden Thema widmen, bieten eine ideale Gelegenheit, die eigenen Fähigkeiten zu vertiefen und neue Techniken in beiden Medien zu erlernen. Hier können die Teilnehmenden unter erfahrener Anleitung unterschiedliche Methoden erforschen und in ihren eigenen Arbeiten anwenden. In der Arbeitsweise spielt das Experiment eine große Rolle. Es ist nicht das chaotische Tun damit gemeint, sondern das genaue Beobachten, Ausprobieren, Reflektieren und sich auf Neues einzulassen.
Persönliche Arbeitsgespräche, allgemeine Werkbesprechungen und vor allem die täglichen Diavorträge zur Kunstgeschichte reflektieren die individuellen Arbeiten und vertiefen so den Lernprozess und die persönliche Weiterentwicklung.
Für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Auch in engl. Sprache möglich. Die beiden Workshops können auch einzeln gebucht werden.




